6 Fakten zu Radladern

Posted by IronPlanetEU on 10.10.2019 06:30:02

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Ohne Radlader sind Bau- oder Bergbauarbeiten heute kaum vorstellbar. Seit Jahrzehnten gehören sie zu den beliebtesten Maschinen und daran wird sich auch in den kommenden Jahren nichts ändern. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der weltweit eingesetzten Radlader von etwa 1,3 Millionen Maschinen im Jahr 2008 auf 2,3 Millionen im Jahr 2018 gestiegen. Bis 2022 wird der Gesamtwert dieser Kategorie weltweit voraussichtlich 15,9 Mrd. EUR erreichen.

Sind Sie ein Fan von Radladern? Lesen Sie weiter und beeindrucken Sie Ihre Freunde und Kollegen mit diesen sechs interessanten Fakten.

 

1. Die ersten Radladervolvo-h10-wheel-loader

1954 produzierte Volvo Construction Equipment einen der ersten Radlader – den Volvo H10. Der H10 wurde von einem Dreizylinder-Dieselmotor mit 35 PS angetrieben und war praktisch ein umgekehrter Traktor. Er wurde im Nu zum Hit. In den frühen 1970er Jahren wurden größere Volvo-Radlader mit Knicklenkung, einer neuen Art Hubarmsystem und komfortablen Kabinen mit verbesserter Sicherheit eingeführt. 1972 stellte Volvo den LM1641 vor, einen großen Lader mit einem 240 PS starken Dieselmotor. Seitdem hat Volvo 17 verschiedene Modelle produziert, von 4,3 Tonnen bis hin zu 56 Tonnen, darunter auch beliebte Modelle wie der L110G, der L350F und der L180F. Heute produzierten mehr als 20 Hersteller Radlader für den ober- und unterirdischen Betrieb, darunter Cat, Liebherr, Case, Doosan, Hitachi und JCB.

 

2. Der knickgelenkte Radlader

1953 führte Wagner & Sons in den USA zwei Radladermodelle ein: die Modelle LD5 und LD10. Dies waren die weltweit ersten Radlader mit Gelenkrahmen und wurden mit dem kreativen Namen „Scoopmobile“ bedacht. Ihre Schaufel war in einem Winkel von bis zu 20 Grad schwenkbar und darüber hinaus verfügten die Radlader über ein Knickgelenk, das statt der starren Horizontalen auch Schwenkbewegungen nach links und rechts erlaubte.

Obwohl die Produktion beider Maschinen in den 1960er-Jahren eingestellt wurde, bildeten sie die Grundlage für den heutigen Industriestandard.

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3. Der größte Radlader

Auf der World Mine Expo 2000 in Las Vegas wurde der Lader LeTourneau L-2350 vorgestellt, der bis heute den Guinness-Weltrekord als größte Erdbewegungsmaschine der Welt hält. Diesen beeindruckenden Titel erringt man nicht einfach so. Die Maschine ist so gewaltig, dass eine Standardschaufel etwa so viel Material fasst, wie fünf durchschnittliche Kippfahrzeuge. Vor besondere Probleme stellte die Ingenieure die Entwicklung der enormen Reifen, die der L-2350 benötigt. Es gab auf dem Markt schlicht und einfach keinerlei Reifen, die geeignet gewesen wären, um die Lasten zu bewältigen, die diese einzigartige Maschine bewegen konnte. Der L-2350 wird von Komatsu hergestellt und verwendet ein dieselelektrisches Antriebssystem, das dem einer großen Lokomotive ähnelt. Jedes der gummibereiften Räder wird von einem eigenen, unabhängigen Elektromotor angetrieben. Wer würde nicht gern mit einem dieser Giganten eine Spritztour machen?

 

4. Der teuerste Radladerreifen

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Es ist keine Überraschung, dass auch die Trophäe für den teuersten Reifen an den Letourneau 2350 geht. LeTourneau musste bei der Entwicklung von Reifen, die massiv genug sind, um den extrem schweren Lasten und rauen Umgebungen standhalten zu können, eng mit den Ingenieuren von Firestone zusammenarbeiten. Jeder Reifen wiegt 6,8 Tonnen, hat einen Durchmesser von 4 m, ist 1,8 m breit und kann mit Ketten abgedeckt werden, um seine Lebensdauer auf 12 Monate zu verlängern. Natürlich gehört zu diesen beeindruckenden Zahlen auch ein stolzer Preis. Ein einzelner Reifen kostet ca. 63.000 US-Dollar (56.000 Euro).

 

5. Radlader beim Militär

Radlader sind äußerst vielseitige Maschinen. Neben ihrer dominanten Präsenz im Bau- und Bergbausektor werden sie auch auf andere Weise eingesetzt – unter anderem von der Regierung und dem Militär.

Überall auf der Welt haben große Städte wie beispielsweise Rio de Janeiro in Brasilien Radlader in ihre Streitkräfte integriert. Die Spezialpolizei Batalhão de Operações Policiais Especiais (BOPE) ist regelmäßig mit Situationen konfrontiert, in denen zur Aufrechterhaltung der Sicherheit spezielle Fahrzeuge erforderlich sind. Zum Einsatz kommt hier ein modifizierter militärischer Radlader mit besonderen Schaufeln, die als Barriere dienen. Auf diese Weise kann die BOPE die regulären Polizeikräfte bei der Straßenräumung unterstützen und ihr Zugang zu wichtigen Bereichen verschaffen.

Ein weiterer interessanter Radlader, der für den militärischen Einsatz modifiziert wurde, ist der Werklust WG18Edef, der von den niederländischen Streitkräften verwendet wird. Diese modifizierten Radlader wiegen 15.000 Kilo und werden von einem 6-Zylinder-John-Deere-Motor mit 118 Kilowatt angetrieben. Das niederländische Marinekorps verwendet diese Maschine derzeit mit einem speziellen Mattenverlegeaufsatz, um Aluminiummatten am Strand auszulegen. Andere Modelle sind mit verstärktem Stahl an den Fenstern für zusätzlichen Schutz ausgestattet – eine unter den Fahrern unbeliebte Entscheidung, da sie die Sicht aus dem Fahrzeuginneren beeinträchtigt.

Große Radladerhersteller wie CAT und JCB haben Spezialabteilungen, die maßgeschneiderte Radlader für die militärischen Operationen der britischen und der US-Armee bauen.

 

6. Die Zukunft des Radladers

In den letzten Jahren enthüllen immer mehr Hersteller Konzepte für moderne Maschinen, von denen einige direkt aus Science-Fiction-Filmen zu stammen scheinen. Ein gängiges Thema sind Emissionsreduzierung und intelligente Technologie, aber die Hersteller verfolgen unterschiedliche und oft interessante Ansätze.

Auf der Bauma 2019 stellte Case den Tetra-Radlader vor. Diese Maschine beeindruckt nicht nur mit einem futuristischen Design und einer modernen Anwenderumgebung, sie verwendet außerdem Erdgas anstelle von Diesel zur Erzeugung von 230 PS. Nach Angaben von Case liefert die Maschine die gleiche Leistung wie ihr Pendant mit Dieselantrieb.

Volvo Construction Equipment bringt ebenfalls nachhaltige Technologien auf den Markt. Im April 2019 wurden zwei emissionsfreie Maschinen eingeführt, der Bagger ECR25 und der Kompaktradlader L25. Der L25 ist vollständig elektrisch und wird mit Lithium-Ionen-Akkus betrieben, die eine Arbeitszeit von 8 Stunden ermöglichen, bevor die Maschine aufgeladen werden muss. Zudem verfügt der L25 über zwei separate Elektromotoren; einen für den Antriebsstrang und einen für die Hydraulik. Abgesehen von den Umweltvorteilen sind die Maschinen auch nahezu geräuschlos.

Ebenfalls in der Designstudienphase befindet sich der vollelektrische Kompakt-Radlader von Cat, der Cat 906. Die umweltfreundliche Maschine erzeugt keinerlei Emissionen und bietet ein sehr vielseitiges Leistungsprofil. Dieser Radlader wurde vom bereits existierenden Cat 906M inspiriert, aber anstatt mit Diesel wird der Cat 906 mit einem versiegelten Lithium-Ionen-Akku betrieben.

In unserer gesamten Branche gibt es viele, die Radlader lieben – und zwar zu Recht. Sie sind erstaunlich leistungsstarke und vielseitige Maschinen, die in allen Arten und Größen erhältlich sind und die daher zu den wichtigsten Werkzeugen an jedem Einsatzort zählen.

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Quellen:

Off-Highway Research, Wikipedia, Komatsu, Mining Technology, Mining Global, Volvo Construction Equipment, Construction Equipment, Construction equipment guide, Industrial Vehicle Technology, Equipment World, Historical Construction Equipment Association, Cat, Sia Magazin, Ministerie van Defensie, The Earthmover Encyclopedia – Book by Keith Haddock

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